Rothirsch-Projekte bei FaunAlpin

 

Zur Zeit laufen unabhängig voneinander Rothirschprojekte in den Nordwestalpen und im Mittelland. FaunAlpin ist zuständig für den Einfang und die Besenderung der Hirsche sowie die Analyse und Dokumentation der Raumnutzung. Die einzelnen Fangaktionen werden in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen kantonalen Wildhütern sowie mit Veterinärmedizinern des Instituts für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern durchgeführt. Nach der Freilassung werden die Positionen der Hirsche mittels GPS registriert und im Hinblick auf verschiedene verhaltensbiologische und wildökologische Fragestellungen analysiert.

(Fotos: K. Steiner & K. Bieri)

 

Ökologie und Verhalten des Rothirschs im Schweizer Mittelland

Es hat sich gezeigt, dass die Kenntnisse zur Biologie des Rothirschs im Schweizer Mittelland ungenügend sind und von "alpin-geprägten" Vorstellungen ausgehen. Solche grundlegenden Informationen sind aber wichtig für das Hirsch-Management im Mittelland. Das vom Bundesamt für Umwelt BAFU und den Kantonen Bern und Solothurn getragene Projekt "Mittelland-Hirsch" hat deshalb  einerseits grundlegende biologische, andererseits auch praxisorientierte Aspekte. Sie dienen dem über- regionalen Oberziel des optimierten Hirschmanagements im Mittelland sowie dem regionalen Ziel der Förderung des Hirschs im Jura durch die Vernetzung der Jura- und Voralpenpopulationen.

Im ersten Modul ("biologische Grundlagen") werden das Raumnutzungs- und Wanderverhalten sowie die Habitatwahl und Sozialstruktur der Rothirsche im Berner/Solothurner Mittelland untersucht und mit bekanntem Wissen aus Populationen in den Alpen/Voralpen verglichen. Weitere management-orientierte Module sind in Vorbereitung.

Aktueller Stand (Ende 2011): Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Sobald die Hirsche regelmässig beobachtet werden können, starten die Fangaktionen. Geplant ist, 8-10 Tiere einzufangen und zu besendern.

 

Interkantonales Rothirschprojekt FR-BE-VD

Durch die Besenderung von  Hirschen mit GPS-Halsbändern sollen zuverlässige Angaben über die saisonalen Aufenthaltsgebiete und Wanderkorridore im Grenzgebiet der Kantone Fribourg, Bern und Waadt gewonnen werden. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden dazu dienen, das Rothirsch-Management im gemeinsamen Lebensraum der drei angrenzenden Kantone zu koordinieren. Das Projekt wird von den drei Kantonen und vom Bundesamt für Umwelt BAFU finanziert.

Aktueller Stand (Ende 2011): Die Fangaktionen wurden im Frühling 2011 abgeschlossen. Zur Zeit tragen noch 8 Hirsche (6 Kühe & 2 Stiere) einen Sender. Die Raumnutzung der besenderten Tiere wird weiterhin überwacht, insbesondere ihre Wanderungen vom Winter- in den Sommereinstand und zurück. Im Sommer 2012 werden diese Daten analysiert.

 

 

 

 

 

 

Kontaktadresse:

Christian Willisch

FaunAlpin

Böcklinstrasse 13

CH-3006 Bern

Tel. 031 351 53 88

christian.willisch@faunalpin.ch

Für dringende Mitteilungen im Projekt Mittelland-Hirsch: 079 129 36 30